Sonntag, 29. April 2018

[Rezension] Das hungrige Krokodil

Sandra Brökel - Das hungrige Krokodil



Bibliografische Angaben

Titel: Das hungrige Krokodil
Autor: Sandra Brökel
Seiten: 320
Verlag: Pendragon
Erscheinungsdatum: 02.02.2018
ISBN:  978-3-86532-608-9
Preis: 17.00€ TB

Klappentext

Prag 1968: Wie viele andere Tschechen schöpft Pavel Vodák Hoffnung. Hoffnung auf Reformen, auf Freiheit, auf Demokratie. Dann rollen die Panzer und machen all seine Träume zunichte. Pavel will nicht, dass seine Tochter Pavla unter diesen Umständen aufwachsen muss. Sie soll frei denken und entscheiden können. Also plant er, mit seiner Familie aus der tschechischen Heimat nach Deutschland zu fliehen. Nachdem er an deutsche Pässe gelangt ist, folgt die größte Herausforderung: Denn seine schwer kranke Schwieger­mutter und seine Tochter ahnen nichts von der Flucht. Sie glauben, die Familie fährt in einen Jugoslawienurlaub. Eine abenteuer­liche Reise beginnt …

Rezension

Dieses Buch zu "bewerten" ist meiner Meinung nach ein bisschen schwierig, denn es ist schließlich keine Fiktion sondern anhand von echten Aufzeichnungen des Arztes Dr. Pavel Vodak geschrieben. Das alleine gibt dem Buch schon einen besonderen Touch finde ich. 

Was die Handlung angeht, so erleben wir in einem Zeitraffer die Flucht der Familie Vodak nach Deutschland und erfahren auch die Gründe und einen Teil der vorherigen Gegebenheiten. Da ja hier die Flucht an sich im Vordergrund der Handlung steht, fand ich es etwas schade, dass das Ganze dann doch recht "schnell" erledigt war. Wir erleben zwar einige der Stationen der Flucht und können auch immer den Gedanken von Pavel folgen, allerdings hat mir hier einfach ein bisschen die "Tiefe" gefehlt. 
Natürlich ist mir nicht bekannt, wie detailliert diese Aufzeichnungen waren, aber da ja auch die Tochter von Pavel mit der Autorin befreundet gewesen ist, hätte ich mir einfach auch einen Part aus Ihrer Sicht gewünscht. Das hätte mich als Leser wahrscheinlich noch mehr abgeholt und einfach noch mehr Emotionen übermittelt. Denn ich kann mir nur entfernt vorstellen, wie Paula sich gefühlt haben muss in ihren jungen Jahre, völlig ahnungslos in einem fremden Land.
Auch hätte man meiner Meinung nach noch ein bisschen mehr auf die geschichtlichen Umstände eingehen können, denn wenn man als Leser keine besonderen Kenntnisse dazu hat, könnte es sein dass man hier am Anfang kurz stolpert.
Dies würde ich allerdings auf keinen Fall als negativen Punkt sehen, denn ein gewisses Maß an Kenntnis in Geschichte kann man vielleicht ja doch voraussetzen. 

Insgesamt würde ich dieses Buch auf jeden Fall empfehlen, einfach weil es unter durchaus besonderen Umständen entstanden ist. Schließlich hat die Autorin anhand der echt Notizen des Protagonisten geschrieben und alles von seiner Tochter abnehmen lassen. 

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