Sonntag, 19. Juni 2016

[Rezension] Auf manche Nacht folgt kein Tag

Leonie Haubrich - Auf manche Nacht folgt kein Tag


Bibliografische Angaben

Titel: Auf manche Nacht folgt kein Tag
Autor: Leonie Haubrich
Seiten: 272
Verlag: Books on Demand
Erscheinungsdatum: 07.2015
ISBN: 9783734760655
Preis: 9.99€ (TB)

Klappentext

"Warum gibt es kein Waschmittel, um den Schmutz vom Gemüt abzuwaschen, keinen Verband für die Verletzungen der Seele?"

Ein entführtes Mädchen. Ein alter Mann, der ahnt: Wenn alle sagen, es ist längst vorbei, fängt es gerade erst an ...
Als Walter ein Bild der Verschwundenen sieht, ist es, als erkennt er darin seine längst verstorbene Frau wieder. Verrückt? Möglich.
Obwohl seine gesamte Umgebung sich gegen ihn stellt und ihn an seiner eigenen Wahrnehmung zweifeln lässt, ist er sicher, dass es eine Verbindung gibt zwischen dem Mädchen, seiner Frau und ihm. Walter beginnt zu recherchieren ...

Rezension

Mir hat das Buch "Auf manche Nacht folgt kein Tag" gut gefallen, auch oder gerade weil es eher ein untypischer Krimi ist! 

Zu Beginn des Buches lernen wir Walter kennen. Der Protagonist ist ein alter Mann der an mancher Stelle doch etwas sonderbar und vor allen sehr skurril erscheint, jedoch bei mir definitiv Sympathipunkte sammeln konnte. Er hängt an seiner Vergangenheit und ist ein absolutes Gewohnheitstier, altes, gewohntes möchte er ungern ablegen und die weniger guten Dinge der Vergangenheit blendet er aus so gut es geht, statt sich ihnen bewusst zu stellen. 


Als er dann einen Unfall hat und im Krankenhaus von seiner eigenen Tochter behandelt wird kommt Walter ins grübeln und beginnt sich neu zu sortieren, bis er das Foto eines verschwundenen Mädchens zu Gesicht bekommt!

Walter wird zum Mann der Tat und beginnt, auf seine ganz eigene Art, seine Nase in Dinge zu stecken aus denen er sich, aus Sicht der Vernunft, vielleicht besser herausgehalten hätte ... 


Die Handlungen von Walter fand ich sehr erfrischend, gerade in Bezug auf die Vergangenheit mit seinen Töchter gibt es definitiv auch Momente bei denen ich als Leser kurz inne halten musste um zu begreifen was er mir da gerade erzählt, aber insgesamt konnte Walter mich als Protagonist absolut überzeugen, denn er ist meiner Meinung nach authentisch, hat Ecken & Kanten, ist nicht der typische Opi und einfach etwas besonderes!

Was den anderen Handlungsstrang angeht, nämlich die Entführung des kleinen Mädchens so bin ich auch hier positiv überrascht. Man erlebt das Geschehen aus ihrer Sicht und hat dadurch einen interessante Perspektive. Sie versteht nicht immer genau was gerade passiert und doch handelt sie teilweise überraschend erwachsen und rational. Ob das für ein Kind dieses Alters realistisch ist weiß ich nicht, aber mir hat der Wechsel von kindlichem und etwas erwachsenerem Verhalten zugesagt!

Das Besondere an diesem Krimi ist meiner Meinung nach, dass man permanent in beiden Handlungssträngen unterwegs ist, sowohl bei Walter als auch bei dem entführten Mädchen, was wir nicht haben ist ein Ermittler im klassischen Sinn. Daher erleben wir mehr oder weniger zwei vernetzte Geschichten von denen wir ahnen, dass sie früher oder später aufeinander treffen werden, die Frage ist nur Wann? und Was wird dann passieren? 

Aber DAS dürft ihr selbst herausfinden ;) 

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