Montag, 28. März 2016

[Rezension] Lautlose Stufen

Inge Becher - Lautlose Stufen


Bibliografische Angaben

Titel: Lautlose Stufen
Autor: Inge Becher 
Seiten: 108
Erscheinungsdatum: 17.03.2016
ISBN: 978-3-940078-39-1
Preis: 8.95€ (Paperback)

Klappentext

Deutschland, 1939. Hella Arnold ist 10 Jahre alt, als sie eine rätselhafte Krankheit bekommt. Immer wieder muss sie für lange Zeit ins Krankenhaus, sie fehlt in der Schuleund kann auch nicht, wie ihre Freundinnen, den Jungmädeln beitreten. Hella wird zur Außenseiterin, immer stärker wird ihre Lebenswelt eingeschränkt. Dabei möchte sie doch nur eines: dazugehören wie alle anderen.
Mit 14 erfährt Hella von speziellen Kliniken, in denen schwerkranken Kindern wie ihr geholfen werden kann. Sie bittet den Chef­arzt des Krankenhauses um eine Überweisung dorthin. Als ihr Hausarzt und ihre Eltern davon hören, sind sie entsetzt: Denn aus diesen Kinderfachkliniken kam noch kein Kind lebendig zurück  …

Rezension

Wie der Klappentext bereits verrät beschäftigt sich das Buch mit dem Leben eines jungen Mädchens in der NS Zeit. Doch nicht einfach nur mit dem Leben, sonder auch mit den Tücken und Schwierigkeiten dieser Zeit, vor allem wenn man eben nicht so in das System gepasst hat.

Das Buch wird teilweise aus verschiedenen Perspektive erzählt, zum Großteil aber aus der Sicht der 10 jährigen Hella. Sie würde gern am gesellschaftlichen Leben teilnehmen und einfach nur sein wie ihre Freundinnen, jedoch wird sie von einer mysteriösen Krankheit immer wieder ausgebremst. Dies stoppt jedoch nicht ihre Gedanken, denn Hella versteht nicht alles was um sie herum passiert, aber sie merkt, dass manches definitiv nicht mit rechten Dingen zugeht. Doch was genau passiert eigentlich in Deutschland? 
Die Charaktere sind vielseitig und verkörpern verschiedene Menschengruppen. Hella ist jemand, der nicht einfach alles schluckt was ihm vorgesetzt wird. Sie reflektiert das Handeln der Anderen und beobachtet verschiedene Reaktionen. Sie denkt nach und zieht ihre eigenen Schlüsse. Ihre Freundinnen sind da schon anders, sie gehen voll in ihren Tätigkeiten auf, sind von Hitler überzeugt und sich defintiv nicht immer einig mit Hella. Auch dies fand ich eine sehr wichtige Entwicklung für die gesamte Story des Buches. 

Auch die erwachsenen Charaktere lassen sich auf ähnliche Weise differenzieren, es gibt eben solche und solche. So wie es 1939 wohl auch wirklich gewesen sein wird. 

Ich finde die Gestaltung des Buches sehr gelungen. Der Titel findet im Buch immer mal wieder Anklang, mal offensichtlicher, mal weniger offensichtlich, sowas mag ich ja immer sehr! Außerdem finde ich es sehr toll, dass es an  Stellen, an denen es wichtig & passend war, geschichtliche Fakten erklärt wurden. Dies finde ich besonders unter dem Gesichtspunkt wichtig, dass das Buch an jüngere Leser gerichtet ist, die vielleicht noch nicht so über alle geschichtlichen Hintergründe informiert sind. Ich finde, das Buch gibt eine gute Möglichkeit ein erstes Gefühl für die NS Zeit aus Kinderaugen zu vermitteln, was auch absolut gelungen ist. Es wird wichtiges vermittelt, zum Nachdenken angeregt aber auch nicht zu sehr schockiert, sodass auch ein Kind dieses Buch definitiv sehr gut lesen kann um einige Eigenschaften der Zeit unter Hitler kennen zu lernen. 


Das einzige was mich ein bisschen überrascht hat, dass der Klappentext doch schon einiges an Handlung vorweg nimmt. Die Story ist definitiv noch spannend und super interessant, aber es wird eben doch auch schon viel verraten. 

Insgesamt ist "lautlose Stufen" mehr als ein Buch für Kindern. Auch ich habe noch etwas Neues daraus gelernt und einen neuen Blickwinkel auf manche Entwicklungen erfahren. Die NS Zeit ist ein Teil unserer Geschichte der wohl immer aktuell sein wird, "lautlose Stufen" bietet Kindern einen gut konzipierten Einstieg in die Geschichte und älteren Lesern eine neue Perspektive auf dieses Thema.



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