Mittwoch, 6. Mai 2015

[Rezension] Herz aus Jazz

Sara Lövestam - Herz aus Jazz


Seiten: 336

Inhalt 

An ihrer Schule in der schwedischen Provinz wird Steffi gemobbt. Dem Alltag entflieht die talentierte Fünfzehnjährige, indem sie Musik macht und hört. Am liebsten Swing und Jazz. Als ihr i-Pod eines Tages den Geist aufgibt, reißt die Musik nicht ab. Sie dringt aus dem Fenster eines Altenheims. Und der alte Mann, der dort wohnt, lädt Steffi zu sich ein. 
Schnell stellt sich heraus, dass Alvar Steffis musikalische Helden persönlich kannte. Denn er war selbst ein erfolgreicher Bassist im Stockholm der Swinging Fourties. Während sie gemeinsam seinen alten Platten auf dem Grammophon lauschen, entwickelt sich zwischen den beiden eine enge Freundschaft. Steffi erzählt dem alten Herrn von ihren Problemen, Alvar ihr im Gegenzug die Geschichte seiner großen Liebe. Für beide ist es eine Auseinandersetzung mit tiefsten Gefühlen und Verletzungen. Und eine Chance auf die Zukunft.

Rezension

Ein tolles Buch über die Liebe zur Musik und eine wundervolle Freundschaft! 

Steffi hat es an ihrer Schule nicht leicht, denn sie wird ohne einen besonderen Grund von ihren Mitschülerinnen fies gemobbt. Steffi liebt Musik, vor allem Jazz, sie spielt selbst Bass und eines Tages hört sie aus dem Zimmer eines Altenheims die Musik ihres Lieblingskünstlers. Auf diesem Weg lernt sie Alvar kennen, der ihr eine wundervolle Geschichte erzählt, nämlich wie er selbst zum Musiker wurde und wird ihr ein toller Freund. 

Das Buch springt immer wieder zwischen "jetzt" und "damals", also Alvars Jugendzeit in Stockholm hin und her, man kann den Anschluss aber immer super erkennen, da in der Regel der letzte Satz des vorherigen Absatzes noch einmal aufgegriffen wird. 
Zu Beginn fand ich die Teile von Alvar viel spannender, aber irgendwann begann das ganze sich für mich dann ein bisschen zu wenden und ich fand den Teil von Steffi besser. 
Die beiden Protas sind so an sich ja schon sehr unterschiedlich, allerdings verbindet sie einfach die Liebe zur Musik und das eignet sich ganz wunderbar um eine Brücke zwischen den Generationen zu schlagen.

Natürlich kann das Buch nicht besonders mit Spannung aufwarten, aber ich finde auch darum geht es hier gar nicht. Es ist einfach eine schöne Geschichte die einem das Herz wärmt. 

Allerdings gibt es auch keine Abzüge in der B-Note, denn es wird z.B. in einem "Nebenstrang" noch das Thema Homosexualität angerissen, allerdings dann gar nicht mehr so richtig zuende geführt wie ich finde. 
Auch gibt es keine richtige Auflösung für die Mobbingthematik, es hört mehr oder minder einfach auf. Das reicht für Steffi natürlich aus, aber so auf die "Moral von der Geschicht" bezogen hätte ich mir einfach etwas mehr gewünscht. Zudem kommt irgendwann im Buch noch ein junger Mann ins Spiel, der dann aber auch plötzlich wieder vom Erdboden verschluckt wird...auch hier hätte ich mir ein besseres Finale gewünscht...

Vom Schreibstil her ist das Buch sehr flüssig zu lesen und schön formuliert. Das einzige was für mich am Anfang etwas hinderlich war, waren die Passagen in denen Steffi gespielt hat, denn ich bin selbst kein Musiker und konnte damit eben nicht wirklich was anfangen bzw. es mir richtig vorstellen, aber daran hatte ich mich schnell gewöhnt.

Insgesamt aber auf jeden Fall eine sehr lesenswerte Geschichte die ich wunderschön fand, trotz der kleinen Schwächen!

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