Sonntag, 20. April 2014

Rezension: Alice, wie Daniel sie sah

Sarah Butler - Alice wie Daniel sie sah 
 
Alice, wie Daniel sie sah

Seiten:  320

Inhalt: 

Für den obdachlosen Daniel ist jeder Buchstabe mit einer Farbe verbunden. Seit Jahren streift er durch London und sammelt Papierschnitzel und andere achtlos weggeworfene Dinge in den Farben, die den Namen seiner Tochter bilden: Eisblau für A, Gold für L, Rosa für I, Dunkelblau für C, Grau für E - Alice. Daraus formt er kleine Kunstwerke, die er für sie in der Stadt verteilt. Daniel hat seine Tochter noch nie getroffen. Bis ihm der Zufall eines Tages ihre Adresse zuspielt.
 
Rezension: 

Daniel und Alice sind definitiv mal etwas andere Protagonisten ...
Daniel ist ein Landstreicher der zwar den Namen seiner Tochter kennt, ansonsten aber nichts über sie weiß ... doch ihr Name hat Farben, für Daniel hat jeder Buchstabe eine andere und so stromert er durch London und sammelt Dinge, die jeder andere als Müll betrachten würde und baut daraus Wörter die ihm wichtig sind ... klingt komisch, war auch erst ein bisschen gewöhnungsbedürftig, dann aber schön. Auch wenn die Passagen in denen Daniel auf der Suche ist, nicht viel enthalten und kaum etwas passiert, so haben mir diese doch besonders gut gefallen, einfach weil ich seinen Blick auf die Dinge sehr sehr mag!
Alice ist auch auf ihrer Art ruhelos ... sie reist durch die Weltgeschichte, fühlt sich nirgendwo so richtig zuhause und im Haus ihres Vater schon mal so gar nicht ... aber was wäre, wenn es etwas gebe, was sie vielleicht doch dazu bewegen könnte sesshaft zu werden?
Nachdem man sich ein bisschen an die beiden gewöhnt hat, lässt sich das Buch sehr gut lesen ... so gesehen passiert nicht besonders viel, und doch ändert sich zwischendurch alles ... das einzige, was in meinen Augen völlig über war sind die Nebenhandlungen ihrer Schwestern und von Kal ... denn für den eigentlichen Verlauf der Geschichte war nichts ausschlaggebend und daher auch nicht so richtig interessant ... ohne das wäre wahrscheinlich der Alice Teil einfach zu kurz geworden ...
Was auch ein bisschen schade ist, dass nicht mehr klar wird, was am Ende wirklich aus den beiden wird ... das Ende ist zwar angemessen, aber die eigentliche Kernfrage bleibt doch irgendwie unbeantwortet ... andererseits kann man beim Lesen quasi spüren, dass "manche Dinge einfach besser so bleiben wie sie sind" .... man muss das Buch nach dem Lesen noch ein bisschen sacken lassen und dann mit dem zufrieden sein, was man hat ;)

Es ist und bleibt aber trotzdem ein schönes Buch über Suchen und Finden und eine etwas andere Art der Wahrnehmung ... es hat mich nicht vom Hocker gerissen, aber auch nicht gelangweilt, ein hübscher Zeitvertreib für entspannte Lesestunden!

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