Sonntag, 16. März 2014

Rezension: Es wird keine Helden geben

Anna Seidl - Es wird keine Helden geben



Seiten:  256

Inhalt: 

Wenn nichts mehr ist, wie es war. Kurz, nachdem es zur Pause geläutet hat, hört Miriam einen Schuss. Zunächst versteht niemand, was eigentlich passiert ist, aber dann herrschen Chaos und nackte Angst. Matias, ein Schüler aus ihrer Parallelklasse, schießt um sich. Auch Miriams Freund Tobi wird tödlich getroffen. Miriam überlebt - aber sie fragt sich, ob das Leben ohne Tobi und mit den ständig wiederkehrenden Albträumen überhaupt noch einen Sinn hat. Waren sie und ihre Mitschüler Schuld an der Katastrophe?

Rezension: 

Das Thema Amoklauf ist ja immer mal wieder aktuell, jeder hofft, dass es immer möglichst weit weg bleibt von einem selbst ... denn sowas passiert ja immer nur weit weg und wem anders ... und was ist, wenn nicht?

Das Buch beginnt direkt mit der Situation des Amoklaufs, die Beschreibung lässt einen selbst quasi zittern und man leidet mir Miriam, was man wohl wirklich in einer solchen Lage empfinden mag kann und möchte ich mir auch gar nicht so genau vorstellen, aber ich finde, dass die Autorin, die Stimmung, Gedanken und Empfindungen sehr gut darstellt ... 

Alles was Miriam nach dem Amoklauf durchlebt finde ich durchaus "verständlich", ihre Gedanken, Ängste und Ausbrüche ... ihr öfters wechselndes Verhalten, dass sich doch nur im die eine Frage dreht "wie kann man nach so etwas weiterleben?"

Ich finde es sehr gut, wie sie sich damit auseinandersetzt, dass sie kritisch ist und sich auch an die eigene Nase fassen kann, dass eben nicht einfach alles wieder Friede, Freude, Eierkuchen ist und es auch Menschen gibt, die es nicht schaffen weiter zu machen ... das Buch bringt die Gedanken ans rennen und schockiert auch ein wenig, den wem geht es nicht wie Miriam? "Sowas passiert eh immer nur ganz woanders, weit weit weg", nein eben nicht, man weiß nie was der morgige Tag bringen wird ... 

Was den Mobbing-Aspekt angeht, finde ich, hat die Autorin einen guten Mittelweg gefunden ... sie gibt zwar das Mobbing mit an, weswegen Miriam sich ja auch schuldig fühlt, andererseits wird deutlich, dass es Miriam bis zu diesem Zeitpunkt gar nicht bewusst war, was sie mit dem was sie oder ihre Freunde tun oder sagen eigentlich anrichten können ...

Ich denke dass das Buch bei verschiedenen Personengruppen auch verschieden ankommen könnte ... denn wer selbst einmal in der Schule "zu kämpfen" hatte, wir Miriams Gedanken und Schuldgefühle vll eher nachvollziehen können, als jemand der in der Hackordnung immer ganz oben stand ... könnte ich mir vorstellen, muss natürlich nicht sein! 

Insgesamt auf jeden Fall lesenswert, denn das Thema sollte und darf immer wieder angesprochen werden und die Autorin hat meiner Meinung nach einen guten Weg gefunden darzustellen, welche Folgen ein Amoklauf für die haben kann ... die überlebt haben...

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