Sonntag, 2. März 2014

Rezension: Das letzte Polaroid

Nina Sahm - Das letzte Polaroid 


Seiten: 237

Inhalt: 

Die gefährliche Versuchung, das Leben eines anderen zu leben. Als sich Anna und Kinga im Urlaub am Balaton begegnen, beginnt eine Freundschaft, die beider Leben für immer verändern wird. Vom ersten Moment an teilen sie alles miteinander, ihre Kleidung, ihr Parfüm, ihre Süßigkeiten und ihr erstes Mal. Auch wenn sie sich danach jahrelang nicht sehen, erzählen sie einander alles: Von Kingas sexuellen Vorlieben bis zur Trennung von Annas Eltern. §Als Anna erfahren muss, dass Kinga nach einem Unfall im Koma liegt, reist sie nach Budapest, eine Stadt im Aufruhr gegen die Orban-Regierung. Doch statt an Kingas Krankenbett zu sitzen, beginnt Anna immer tiefer in Kingas altes Leben einzutauchen. Immer wieder muss sie dabei an die Tage am Balaton denken. War es wirklich so eine unbeschwerte Zeit gewesen, oder hatte sie die Ereignisse bis zuletzt nie richtig verstanden? Konnte sie überhaupt für Kinga da sein?§Leichtfüßig, voll untergründiger Sprengkraft und mit einem furiosen Finale: Eine Geschichte über große Freundschaft und die gefährliche Versuchung, das Leben eines anderen zu leben. 

Rezension: 

In diesem wunderschönen Debüt-Roman von Nina Sahm gehen wir mit Anna auf die Reise nach Budapest ... ihre Freundin Kinga aus Kindheitstagen ist nach einem Autounfall ins Koma gefallen, Anna will Kinga eigentlich nur besuchen ... doch dann taucht sie in ihr früheres Leben ein und beginnt sich darin wohl zu fühlen...

Am Anfang bekommt man in kleinen Rückblenden die Entstehung der Freundschaft der beiden Mädchen erklärt, diese Abschnitte haben mir besonders gut gefallen ... denn unterschiedlicher könnten sie kaum sein und doch oder vll auch gerade deswegen haben die beiden eine aufregende Freundschaft... beide Mädchen waren mir von Anfang an irgendwie sympathisch, eben jede auf ihre eigene Weise ... auch wenn Anna im Verlauf des Buches einige Sympathiepunkte einbüßen muss ... 

Das Buch lässt sich total toll lesen, denn außer . und , gibt es keine Satzzeichen, die wörtliche Rede wird nicht besonders gekennzeichnet, was mich beim Lesefluss aber gar nicht gestört hat. Man liest quasi einfach drüber weg und wegen des Satzbaus und des Zusammenhangs kriegt man ja mit wer bzw. ob gesprochen wird ... ist mir bis jetzt so noch nie untergekommen hat mir aber super gefallen! 

Den Verlauf der Story finde ich sehr sehr gut, die Stimmung ist eher ein bisschen Melancholisch, wegen der Rückblenden und natürlich auch dem Grund für die Reise nach Budapest, andererseits verströmen die Rückblenden auch eine gewisse Leichtigkeit und die Geschichte regt zu nachdenken darüber an, wie man selbst sich vll in mancher Hinsicht verhalten würde ... denn ganz so einfach war es in meinen Augen nicht sich ein Urteil über Annas verhalten zu bilden ... 

Das Ende ist irgendwie geschlossen und lässt trotzdem noch ein bisschen Luft für eigene Gedanken ... man kann das Buch also entspannt zur Seite legen und bekommt trotzdem nicht einfach ein Ende hingelegt mit dem man sich einfach abfinden muss, das gefällt mir sehr gut!
l

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