Freitag, 4. Oktober 2013

Rezension: No place, no home

Morton Rhue - No place, no home


Seiten:  285

Inhalt: 

Nie im Leben hätte Dan damit gerechnet, dass auch er und seine Eltern einmal hier landen würden: in Dignityville. Dignityville ist eine Zeltstadt, ein Zufluchtsort für Leute, die erst ihre Arbeit, dann ihr Haus verloren haben. Ein Ort für Verlierer, die sich nicht genug angestrengt haben, dachte Dan. Doch dann lernt er Menschen kennen, die ohne Schuld ihren Platz in der Mitte der Gesellschaft verloren haben - nicht jedoch ihren Stolz und den Willen, ihn sich zurückzuerobern.

Rezension: 

Was tust du, wenn deine Familie am Existenzminimum steht und du plötzlich von allen angesehen wirst wie ein Alien?

Mit diesem Buch hat Morton Rhue definitiv eines unserer aktuellsten gesellschaftlichen Probleme beim Namen genannt und trotzdem einen wundervoll Roman daraus gebastelt, über dessen Inhalt jeder einmal genauer und im Bezug auf die eigene Person nachdenken sollte ... 

Als Dan plötzlich mit seinen Eltern auf der Straße steht, in eine Zeltstadt für Obdachlose ziehen muss, von einer Hilfsorganisation ernährt wird und seine Freundin ihn einladen muss, statt er sie, kommen all seine Werte und Ansichten ins Wanken ... er muss erfahren, wie es sich anfühlt, wenn plötzlich alle gegen dich sind und nichts mehr sicher scheint ... 

Das Buch verdeutlicht sehr kritisch und unbeschönigt wie die Spanne zwischen arm & reich in unserer Gesellschaft immer größer wird, dass man etwas dagegen unternehmen muss, dass dies aber natürlich nicht nur auf positives Feedback stößt und auch, wozu Menschen bereit sind, wenn sie nichts mehr zu verlieren haben ...  

Die Geschichte bekommt durch den Prolog, der den Leser mitten in eine dramatische Szene befördert bereits eine gewissen Grundspannung, man möchte herausfinden, was dort passiert ist ... dadurch, dass alle Handlungen und Charaktere wie Menschen sind, die deine Nachbarn oder gar du selbst sein könntest ist der Inhalt extrem greifbar und man fühlt sich beim Lesen direkt angesprochen ... die Hauptperson Dan ist ein sehr interessanter junger Mann. Ich möchte sagen zu Beginn ist er der "typische" Teenager, viele Freunde, Sportler, Zuhause nervt ... doch dann kommt eine Wende und Dan beginnt die Dinge anders zu sehen und sich zu entwickeln, er erkennt was wirklich wichtig ist ... manch einer kann sich an ihm bestimmt ein Beispiel nehmen oder zumindest mal über die eigene "Art und Weise" mit bestimmten Dingen umzugehen nachdenken ...

Sprachlich ist das Buch ebenfalls sehr schön, es liest sich leicht und einfach, jedoch springen einem immer mal wieder Sätze ins Auge, die man sich am liebsten direkt notieren oder jemand anderem als schlauen Tipp weitergeben möchte ... einer meiner Favoriten, als Dan einen jungen Mann fragt, der zu einer Demo aufruft, fragt ob er das tut, weil er selbst betroffen ist und der junge Mann darauf sagt, dass er es tut, eben weil er nicht betroffen ist .... wunderbar!

Absolute Leseempfehlung!

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