Sonntag, 17. Februar 2013

Rezension: Das Maikäfermädchen

Gina Mayer - Das Maikäfermädchen



Inhalt: 

„Maikäfer flieg – der Vater ist im Krieg“ Sommer 1945. Deutschland liegt in Trümmern, von Düsseldorf sind nur noch Ruinen übrig. Die Hebamme Käthe Mertens leidet unter der Trennung von ihrem Mann Wolf, der im Krieg verschollen ist. Eines Nachts taucht eine junge Frau bei ihr auf. Ingrid ist schwanger und völlig verstört. Sie will Käthe nicht sagen, wer der Vater ihres Kindes ist, sondern summt immer nur die Melodie von „Maikäfer flieg“. Käthe zögert nicht lange, sie hilft Ingrid, indem sie in einer halb zerstörten Arztpraxis eine Abtreibung vornimmt. Ingrid verschwindet nach dem Eingriff spurlos, aber wenige Wochen später erscheint ein anderes junges Mädchen bei Käthe, das ebenfalls schwanger ist. Zusammen mit ihrer Freundin Lilo beschließt Käthe, bedrängten Frauen zu helfen – trotz der Gefahr, als „Engelmacherin“ im Gefängnis zu landen. Dann taucht Ingrid wieder auf, erneut schwanger, und beginnt Käthe zu erpressen. Die berührende Geschichte zweier Frauen im unmittelbaren Nachkriegsdeutschland – ein Roman über Suche, Wahrheit und die Kraft, sein Leben zu meistern.

Rezension: 
Deutschland in der Nachkriegszeit ... die Menschen hungern, Geld ist nicht mehr viel Wert, und mittendrin eine Hebamme die um nicht zu verhungern ihre Prinzipien zum ersten Mal über den Haufen wirft ... doch mit einem Mal sollte es nicht getan sein ...

Mich hat das Buch sehr berührt, bewegt und teilweise schockiert. Denn ich bin deutlich nach dieser Zeit geboren und kenne somit das vollkommen zerstörrte Deutschland nur aus Erzählungen ... dieses Buch beschreibt sehr ergreifend wie schlecht es den Menschen wirklich gegangen sein muss, den immer anwesenden Hunger und die ungewisse Zukunft, wie alles aus den Fugen geriet.
Den Großteil erfährt man aus der Sicht der Hebamme Käthe, die sich immer wieder in Gewissenskonflikten befindet, diese jedoch hinter sich lassen muss um wieder bessere Lebensumstände zu erlangen, ab und an wechselt die Perspektive auch zu ihrer Freundin Lilo oder dessen Mann  Hambach, durch diesen Wechsel bekommt man verschieden Blickwinkel auf die Handlung und alles wird irgendwie gut "greifbar".
Das Buch ist sehr emotional, aber auch spannend und vor allem sehr interessant. Ich denke, besonders dann wenn man sich für Deutschland in dieser Zeit interessiert, gibt diese Geschichte mal eine ganz andere Sicht auf die Dinge, denn wer würde sich denn sonst so mit dem Blickwinkel einer Hebamme beschäftigen?

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